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Die Ruhezeiten für Gräber

 
La-Liana / pixelio.de

Die Gräber auf Friedhöfen werden nicht für die Ewigkeit vergeben, daher können sie auch nicht gekauft werden. Sie erwerben lediglich das Grabnutzungsrecht für einen bestimmten Zeitraum. Diesen Zeitraum nennt man Ruhezeit.

Warum gibt es eine Ruhezeit?

Die Ruhezeit hat zwei wichtige Gründe. Der eine ist kulturell bedingt. In unserem Kulturkreis ist es üblich der Toten zu gedenken, es gibt sogar eigene Feiertage, an denen der Toten gedacht werden soll. Mit dem Einhalten der Ruhezeit will man den Respekt vor den Toten betonen und den Trauernden einen Ort geben, der ganz allein ihren verstorbenen Angehörigen gewidmet ist.
Darüber hinaus gibt es aber auch einen pragmatischen Grund für die vorgeschriebene Ruhezeit: Es soll sichergestellt werden, dass Sarg und Leichnam des Verstorbenen vollständig zersetzt sind, bevor die Grabstelle neu vergeben wird.

Wie lange dauert die Ruhezeit?

Der Artikel §6 des Bestattungsgesetzes besagt, dass der betreffende Friedhof, zusammen mit dem zuständigen Gesundheitsamt, festzustellen hat, wie lange die Grabstätten nicht erneut belegt werden dürfen. Dabei wird die Ruhezeit der Verstorbenen nach der Verwesungsdauer, welche zumeist von der Bodenbeschaffenheit auf dem Friedhofsgelände abhängig ist, festgelegt. Bei Kindern die vor Vollendung des zweiten Lebensjahres gestorben sind, beträgt die Ruhezeit mindestens sechs Jahre, bei Kindern, die vor Vollendung des zehnten Lebensjahres gestorben sind, mindestens zehn Jahre. Es besteht eine allgemeine Mindestruhezeit von 15 Jahren. Diese Mindestruhezeiten gelten auch für eingeäscherte Verstorbene.
Meist liegen die Ruhezeiten in Deutschland für Erwachsene zwischen zwanzig und dreißig Jahren.
Achtung: Die Ruhezeit beginnt mit jeder Bestattung neu. Das spielt insbesondere bei Familiengräbern eine Rolle, in denen die Familienmitglieder mit großem zeitlichem Abstand zueinander bestattet werden. Es muss dabei immer die Mindestruhezeit des zuletzt Beigesetzten beachtet werden.
Um die genauen Ruhezeiten für eine Grabstätte auf Ihrem Friedhof zu erfragen, wenden Sie sich bitte an die entsprechende Friedhofsverwaltung.

Was passiert, wenn die Ruhezeit vorbei ist?

Bevor die Ruhezeit für ein Grab abläuft, für das Sie verantwortlich sind, wird die Friedhofsverwaltung Sie kontaktieren. Sie haben dann zwei Möglichkeiten: Sie können das Grab freigeben, dann wird hier eine neue Person bestattet. Die andere Möglichkeit ist, dass Sie die Grabnutzungsrechte verlängern und sich die Grabstelle erneut für einen bestimmten Zeitpunkt sichern.

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